Jugendschutz

Kinder sind uns besonders wichtig. Seien Sie dabei, wenn Ihr Kind Spaß mit Computer- und Videospielen hat und nutzen Sie die Möglichkeit, ihre Kinder vor unpassenden Inhalten zu schützen.

Spiele machen Spaß. Auch Computerspiele. Obwohl längst nicht nur mehr Kinder spielen, sind Spiele in der Kindheit besonders wichtig und prägend. So manche Inhalte sind aber der Welt der Erwachsenen entlehnt und nicht alle diese Inhalte sind für Kinder gedacht und geeignet.

Deswegen gibt es Bestimmungen. Wie bei Büchern, Fernsehbeiträgen, Comics oder Filmen gibt es Regeln, die helfen zu entscheiden, ob bestimmte Inhalte und deren Darstellung im jeweiligen Medium kindgerecht sind oder nicht.

Spielerische Herausforderung

Videospiele lassen sich mit keiner anderen zuvor verbreiteten Kulturtechnik vergleichen. Noch dazu entwickeln sie sich ständig weiter. Aus diesen Gründen gibt es viele Mythen, Klischees und schlicht Trugschlüsse, wenn es um Computer- und Videospiele geht. So besteht leider die irreführende Idee, Spiele würden wegen ihrer Interaktivität intensiver auf die Emotionen von Spielerinnen und Spielern einwirken als andere Medien. Ebenso wird häufig behauptet, dass Gewalt in Spielen schlimmer als in anderen Medien sei, weil man sie quasi selber ausführt. Das ist inkorrekt. Zwar bringen Games die Spielenden manchmal in Rage, zum Beispiel wenn sie an einer bestimmten Spielstelle wiederholt scheitern – das hat aber nicht generell etwas mit Inhalten und Darstellungen in Spielen zu tun. Die wenigsten Games berühren die Spielenden emotional tatsächlich so, wie das etwa Filme oder Bücher tun. Stattdessen geht es in Spielen meist darum, eine Aufgabe zu bestehen, eine Herausforderung anzunehmen und zu lernen, wie ein Spiel funktioniert, sodass gegen das Spiel gewonnen werden kann. Die narrativen Inhalte sind dabei eher nebensächlich und Action nur ein Mittel zur Erzeugung von Spannung. Doch woher sollen Eltern das wissen? Wie sollen sie verstehen, was beim Spielen vor sich geht? Für Herbert Rosenstingel von der BuPP, der Bundesstelle für Positivprädikatisierung, ist die Antwort ganz einfach: Verantwortung und Vertrauen. Er gibt Eltern den guten Rat, gemeinsam mit ihren Kindern zu spielen, sich die Spiele zeigen zu lassen. Zum einen wissen Kinder es zu schätzen, wenn man sich für sie und ihre Lieblingsbeschäftigungen interessiert. Zum anderen kann man das Kind beim Spielen beobachten und dadurch erkennen, wovon es fasziniert ist und wie es vorgeht, um Aufgaben im Spiel zu meistern. Dieser Meinung ist etwa auch Cheryl Olson, eine der Autorinnen von „Grand Theft Childhood“, einem Buch, das sich mit der bisher größten Untersuchung über Kinder und Videospiele in den USA beschäftigt. Sie geht sogar noch weiter und sagt: „Immer wenn es im vergangenen Jahrhundert ein neues Unterhaltungsmedium gab, haben sich die Leute um dessen Einfluss auf die Jugend gesorgt. Das war so bei Romanen, Gangsterfilmen, Comics oder Zeichentrickserien – und nichts davon hat unsere Zivilisation zerstört!“ Auch sie rät Eltern, sich mit Videospielen und ihren spielenden Kindern zu beschäftigen. Sollte das Kind tatsächlich unangemessen reagieren, so sind zwar nicht die Spiele schuld, aber Eltern haben die Möglichkeit sich sofort mit dem Problem zu beschäftigen und ihrem Kind zu helfen. Natürlich können Spiele auch falsch eingesetzt werden. Wenn sich ein Kind mit etwas zu viel beschäftigt oder gar süchtig wird, können die aufmerksamen Eltern eingreifen. Selbstverständlich können Spiele Inhalte haben, die nicht für kleine Kinder geeignet sind, die sie nicht verstehen oder die ihnen sogar Angst machen. Dessen ist sich die Industrie sehr bewusst und deswegen arbeiten alle zusammen, um Spiele so zu kennzeichnen, dass Eltern wissen, was für ihr Kind geeignet ist und was nicht. Das europäische PEGI-System vergibt nicht nur Alterseinstufungen, sondern weist mit leicht lesbaren Symbolen auch darauf hin, welche Inhalte in dem Spiel zu erwarten sind. Die Konsolenhersteller bauen in ihre Systeme eine Vielzahl von Möglichkeiten ein, um zu kontrollieren, was ein Kind wann und wieviel spielen darf. Genauso gibt es auch Möglichkeiten, den Zugang zu anderen Inhalten wie Filmen oder Videos zu beschränken oder auch zu kontrollieren, mit wem die Kinder auf welche Weise online kommunizieren dürfen. Liebe Eltern, nutzen Sie die Möglichkeiten, die wir Ihnen auf den nächsten Seiten genauer vorstellen!